Unsere Reaktion auf einen GN-Leserbrief

… der nicht unkommentiert bleiben durfte!

Am o8. Mai 2021 wurde ein Leserbrief in den Grafschafter Nachrichten veröffentlicht, mit dem der Versuch unternommen wurde, deutsche Bürger:innen und  Migrant:innen (besonders jene mit Fluchterfahrung) gegeneinander auszuspielen. Das Mittel dazu war eine angebliche Bevorzugung von Migrant:innen mit einem angeblich besseren Impfstoff gegenüber „älteren und armen Deutschen“ mit einem vermeintlichen „zweite-Wahl-Impfstoff“.

Dies konnten und wollten wir nicht so stehenlassen und haben wie folgt, in einem nun in den Grafschafter Nachrichten veröffentlichten Leserbrief, dazu Stellung bezogen.

Den erstgenannten Leserbrief teilen wir hier bewusst nicht, um ihm und seinen Falschaussagen keine weitere Plattform zu bieten.

Deutliche Distanzierung

Antwort zum Leserbrief „Zweite-Wahl-Impfstoff für Alte und Arme?“ vom 08.05.21

Die Antwort darauf muss nach unserer Ansicht ein deutliches „Nein“ sein! Die Behauptung, dass durch die Impfung mit den unterschiedlichen Impfstoffen eine Zwei-Klassen-Gesellschaft geschaffen wird, können wir so nicht hinnehmen. Es kann nicht sein, dass arme und alte deutsche Mitbürger:innen gegen Migrant:innen ausgespielt werden.

Die älteren Bürger:innen sind nicht ausschließlich mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft worden, sondern haben auch andere Impfstoffe erhalten, je nach Verfügbarkeit. Zudem sind alle verwendeten Impfstoffe von der Ständigen Impfkommission empfohlen und es werden keine Unterscheidungen in Impfstoffe erster und zweiter Wahl gemacht.

Personen, die in Gemeinschafts- oder Sammelunterkünften leben, sind in der Prioritätsgruppe 2. Dazu gehören u. a. Obdachlosenunterkünfte, Frauenhäuser und Flüchtlingsunterkünfte.

Da der Impfstoff von AstraZeneca nicht mehr für unter 60-jährige Personen empfohlen wird [beachte Nachtrag], ist es nur folgerichtig, dass diese Personengruppen mit Biontech oder einem anderen Impfstoff geimpft werden. Von einer Bevorzugung von Migrant:innen kann dementsprechend keineswegs die Rede sein. Es werden keine Unterschiede bei geimpften Personen gemacht. Jede geimpfte Person ist ein Gewinn für die Gesellschaft.

Hanna Vos & Berthold Leusmann (Arbeitskreis Zuwanderung)

Bouke Olde Olthof (Koordinator für Flüchtlingsbegleitung beim Unabhängigen Jugendhaus Bad Bentheim)

Hauptamtliche Mitarbeiter:innen & der Vorstand des Unabhängigen Jugendhaus Bad Bentheim e.V.

Bad Bentheim

 

Nachtrag:
„Seit dem 01.04.21 empfiehlt die STIKO die Impfung mit dem Impfstoff Vaxzevria der Firma AstraZeneca für Personen im Alter von ≥60 Jahre zu verwenden. Der Einsatz der COVID-19 Vaccine AstraZeneca für eine 1. oder 2. Impfstoffdosis unterhalb dieser Altersgrenze bleibt indes nach ärztlicher Aufklärung und bei individueller Risikoakzeptanz durch den Patienten möglich.“

Weitere Informationen dazu auf: https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html